Nieren vom Hund

Krankheiten der Niere beim Hund

Selbst für den Fachmann ist es häufig schwer, genau die Art, den Sitz und gelegentlich die Schwere der Erkrankung abzuklären.
Über Ursache und Entstehung der Krankheiten liegen zum Teil nur Annahmen und keine gesicherten Kenntnisse vor.

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Akute Nierenentzündung (Nephritis acuta)

Symptome:

Eine akute Nierenentzündung (Nephritis acuta) zeigt sich in deutlichen Symptomen.

  • Der Hund frißt nicht
  • kann sogar erbrechen
  • hat Fieber
  • ist apathisch
  • die Schmerzempfindlichkeit in der Bauchgegend ist erhöht
  • meist verbunden mit stärkerem Durstgefühl und häufigem Urinabsatz.
  • Die Harn- und Blutuntersuchungen ergeben signifikante Abweichungen.

Eine Erkältung kann diese Prozesse auslösen, überwiegend sind es jedoch Infektionen durch Bakterien oder die heute seltenen Leptospiren.

Da der Hund prinzipiell nierenempfindlich ist und es dort schnell zu Schädigungen kommen kann, die nicht völlig ausheilbar sind, ist eine intensive Behandlung angezeigt.

Ruhe und Wärme gelten neben den Medikamenten als wichtige Unterstützung des Heilvorganges.
Antibiotika (Penicillin, Chloramphenicol oder Nitrofurantoin) töten die Erreger ab.
Die Wirkung dieser Präparate kann durch ein Antibiogramm getestet werden.
Bei chronischem Verlauf oder Rückfällen ist eine längere Behandlung notwendig.
Wichtig ist dabei, daß die Nierenausscheidung angeregt wird, um die Medikamente auch in genügender Menge zur Wirkung zu bringen.
Zu dieser Diureseanregung wird man Manit, Sorbit, aber auch Glykokortisone anwenden.
Es muß immer genügend Flüssigkeit zum trinken bereitstehen.

Therapie:

Die tierärztliche Behandlung wird durch folgende Maßnahmen unterstützt:

• Der Patient darf nicht auf kaltem Boden liegen.
• Auf die Nierengegend wird ein elektrisches Heizkissen gelegt und auf schwache bis mittlere Stufe geschaltet
Heizkissen festhalten (Dauer 10-15 Min., 3- bis 4 mal täglich).
• Möglichst viel zu trinken geben!

Die Flüssigkeit darf auf keinen Fall kalt sein.

Blasen- und Nierentee (Apotheke; z. B. Solubitrat®) ist empfehlenswert, wird aber leider von vielen Hunden verschmäht.
Tees aus Bärentraubenblättern zeigen in fast allen Fällen keinen Erfolg, da der Hundeharn bei einer Nephritis meist
alkalisch reagiert.
Damit kann dieses Mittel keine Wirkung entfalten.
Dies muß in der Apotheke erwähnt werden.

Hinweise:

• Vor allem bei niedrigen Harnmengen oder gar fehlendem Harnabsatz schnellstens zum Tierarzt, da Lebensgefahr (Harnvergiftung)!
• Strengstens untersagt ist eine Verabreichung folgender Antibiotika, die häufig als „Restposten“ einer Erkrankung des Hundehalters in der Hausapotheke vorhanden sind:

  • Streptomycin
  • Tetracyclin
  • Colistin
  • Kanamycin

Ihre Ausscheidung ist durch die herabgesetzte Nierenfunktion stark eingeschränkt, übrigens auch beim Menschen!

Hund in der kalten Jahreszeit nicht scheren lassen oder sonst beim Spaziergang durch einen Hundepullover oder ähnliches schützen.

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Chronische Nierenentzündung (Nephritis chronica)

Als langsam verlaufende Folge wiederholter Infektionsschübe entwickelt sich eine chronische Nierenentzündung (Nephritis chronica).

Während das Allgemeinbefinden anfangs kaum gestört ist, wird in allen Fällen erhöhter Durst und vermehrte Urinausscheidung beobachtet.
Später zeigen sich die typischen Erscheinungen wie bei einer akuten Entzündung, dazu Austrocknung und Haarschäden.
Urin- und Blutuntersuchungen helfen diagnostisch weiter.
Zur Behandlung lassen Sie den Hund möglichst viel trinken.
Geeignet sind auch Blasen- und Nierentees.
Eine stärkere Verdünnung dieses Tees als in der Humanmedizin ist nötig, da bei zu starker Konzentration von Bärentraubenblättern Nierenreizungen beim Hund auftreten können.
Präparate dieser Art werden auch als Dragees angeboten.
Die kalorienreiche Kost zur Körperunterstützung soll nur leicht verdauliches Eiweiß enthalten.
Chronische Entzündungs- und Eiterherde wie Zähne, Mandeln, Gebärmutter usw. werden beseitigt oder saniert.
Bei einer akuten Verschlechterung ist eine entgiftende Dialyse über die Bauchhöhle möglich, da es bisher eine künstliche Niere für Hunde nicht gibt.
Dabei infundiert man unter einem leichten Beruhigungsmittel eine blutreinigende Flüssigkeit in die Bauchhöhle (1/4-21) und entleert sie nach einer halben Stunde wieder.
Diese Peritonealdialyse bedeutet nur eine kurzfristige Unterstützung der Therapie in einem bedrohlichen Krankeitsstadium. Zusätzlich zu der genannten Therapie ist die Zugabe von Kochsalz ins Futter oder als Infusion angezeigt, um den Natriumverlust des Körpers durch die vermehrte Urinausscheidung auszugleichen.

Symptome:

Dazu allgemein

Besonders sind vermehrter Durst und der Absatz entsprechend großer Mengen Harn zu beobachten.

Keine oder kaum Schmerzen!

Diagnose und Therapie: Tierarzt.

Hinweis:

Der Durst ist erhöht durch einen starken Verlust an Natrium.
Bei großen Hunden kann ein täglicher Natriumverlust auftreten, der ca. 3-7 g Natriumchlorid (Kochsalz) entspricht.
Deshalb täglich zusätzlich Salz in das Futter geben, Menge nach Angabe des behandelnden Tierarztes.

Nephrotisches Syndrom

Die beim Menschen häufige degenerative Nierenveränderung (Nephrose) tritt beim Hund selten auf.
Nephroseähnliche Erkrankungen werden deshalb als Nephrotisches Syndrom bezeichnet.

Symptome:

  • Abmagerung
  • Bauchwassersucht.

Der Patient stirbt im allgemeinen bald (Wochen bis wenige Monate) an Nierenversagen (Uraemie).

Nierenversagen (Uraemie)

Eine Vergiftung des Blutes durch kör­pereigene, harnpflichtige Stoffwechselab­fälle, die nicht mehr durch die Niere ausgeschieden werden können, nennt man Urämie.
Die Ursachen dieser Schädigung sind vielfältig.
So wird bei einem Herz- und Kreislaufversagen die Niere nicht mehr ausreichend durchblutet.
Langanhalten­des Erbrechen und Durchfall bewirken Chloridverlust und Flüssigkeitsmangel bei der Ausschwemmung der harnpflichtigen Stoffe.
Auch Stauungen in den urinablei­tenden Wegen durch Tumore, Steine oder Unfälle bedingen die Unterfunktion und Gewebsschäden der Niere.
Am häufigsten wird die Urämie aber durch die Folgeer­scheinungen von Entzündungen und In­fektionen ausgelöst.
Schließlich findet man das Nieren versagen nach Verbren­nungen, durch Toxine und bei Vergiftun­gen mit Quecksilber oder Frostschutzmit­teln.

Als besonders auffälliges Symptom ist der urinöse Mundgeruch neben Mattigkeit, Erbrechen, Durchfall und starkem Durst­gefühl zu verzeichnen.
Dieser erhöhte Flüsssigkeitsbedarf resultiert aus der ge­ringen Konzentration von harnpflichtigen Stoffen im Urin.
Der Körper versucht durch höhere Wasseraufnahme die un­genügende Ausschwemmung der Stoff­wechselgifte zu kompensieren.
Urin- und vor allem Blutuntersuchungen (Harn­stoff, Kreatinin, Indikan) geben Auf­schluß über den Stand der Erkrankung und die Heilungsaussichten.
Man wird versuchen, die auslösenden Ursachen zu sanieren und damit die Nieren zu entla­sten.
Bleiben sie aber arbeitsunfähig, ist es nur eine Frage der Zeit, wie lange man den Hund noch am Leben halten kann.
Die Behandlung erfolgt nach den Regeln einer Nierenentzündung mit Peritoneal­dialyse und Elektrolyten, Antibiotika und Kochsalz.
Zusätzlich werden Anabolika eingesetzt.

Eine spezielle Diät für urämiekranke Hun­de soll die negativen Auswirkungen der Funktionsstörungen verzögern und da­durch lebensverlängemd wirken.
Das Ziel ist es, die Nieren in ihrer Ausscheidungs­funktion zu entlasten, indem man die Zu­fuhr von hampflichtigen Stoffen, vor al­lem die Endprodukte der Eiweißverdau­ung senkt.
Diese Futterzusammenstellung gilt auch für Hunde in höherem Alter, da man weiß, daß eine grundsätzliche Nieren­empfindlichkeit besteht.
Ergeben die Blut­untersuchungen einen erhöhten Harn­stoffspiegel, muß die Eiweißfütterung, je nach klinischem Befund, bis zur Hälfte oder weniger verringert werden.

Das Eiweiß wird in Form von hochverdauli­chen Stoffen verabreicht, dazu zählen hel­le Fleischarten von Huhn, Kalb, Kanin­chen, auch fettes Schweinefleisch, sowie Hühnerei, alles abgekocht, und Quark.
Die Energiezufuhr wird durch vermehrte Gaben von Fett und Kohlehydraten ausge­glichen.
Beigefügt in erhöhten Mengen werden Haferschleim, Reisschleim, Kar­toffelbrei, Nudeln, Speiseöl, Weizen­keimöl, Margarine und Traubenzucker.
Der krankheitsbedingte Verlust von Vit­aminen und Mineralstoffen wird durch Vitamin A, Vitamin B, Vitamin D und entsprechende Ersatzstoffe oder Hefe aus­geglichen.

Wenn im Urin also nur die Hälfte der Stoffe gelöst ist als üblich, muß die doppelte Men­ge Flüssigkeit aufgenommen werden, um den Körper zu entschlacken.
Man soll des­halb dem Hund immer die Möglichkeit ge­ben, Wasser oder Tee trinken zu können.

Symptome:

Der Patient riecht aus dem Mund mehr oder weniger stark nach Urin und zeigt mangelnde Hautelastizität (bei¬des s. „Allgemeiner Teil“
Mattigkeit und Kreislaufschwäche.
Daneben starker Durst.
Das Getrunkene wird im Endstadium bald erbrochen.
Braunfärbung der Zunge, Durchfall, Erbrechen von Blut und Krämpfe sind weitere Zeichen für das baldige Ende.

Diagnose:

Tierarzt.

Besonders wichtig für die Feststellung der restlichen Lebenserwartung ist die Blutuntersuchung auf Harnstoff und Kreatinin.

Therapie:

Tierarzt.

Der Besitzer solte die Behandlung unterstützen:

• durch reichliche Flüssigkeitszufuhr (nichts Kaltes trinken lassen);
• durch erhöhte Verfütterung von pflanz¬lichem Eiweiß (z.B. Matzinger Hunde¬flocken®) und wenig, aber möglichst hochwertigem tierischem Eiweiß (Hüh- ner-und Kalbfleisch, Tatar), also mage¬rem Fleisch ohne Fett.

Weitere Hinweise s. „Diät“.

Erwähnt sei noch eine vorwiegend beim bunten Cocker-Spaniel auftretende angeborene Nierenerkrankung, die Nierenrindenhypoplasie (Schwund der Nierenrinde).

Symptome:

Starker Durst, reichlicher Harnabsatz, Abmagerung, Erbrechen. Eine Hei¬lungsmöglichkeit besteht nicht; der Patient stirbt an Uraemie, meist im Alter von 6-7 Monaten.

Nierenbeckenentzündung (Pyelitis)

Hier handelt es sich um eine Folgeerkrankung einer Nierenentzündung oder einer Blasenentzündung.
Typische Zeichen sind ein leicht gekrümmter Rücken und eine Schwäche der Nachhand.

Diagnose und Therapie:

Tierarzt.

Zur Unterstützung Wärmebehandlung wie bei der Nephritis beschrieben.
Die übrigen Erkrankungen der Niere und des Nierenbeckens bleiben im Rahmen dieses Buches ohne Interesse.

Allgemeine Behandlungshinweise

Durch die Ausschwemmungen bei chronischer Nephritis verliert der Organismus Natrium, das in Form von dosierten Salzgaben (2/3 Kochsalz, 1/2 Natriumbikarbonat, geeignet sind auch Suppenwürfel) dem Futter zugesetzt wird.
Als allgemeine Maßnahme soll der Hund mehrmals täglich gefüttert werden, um die Nieren gleichmäßig zu belasten.
Schwarzer Tee oder Coffein fördern die Durchblutung und damit die Ausscheidung. Aufregungen und Anstrengungen sollen vermieden und der Hund warm gehalten werden.
Um das Tier im Winter vor Wärmeverlust zu schützen, wird es in dieser Jahreszeit nicht getrimmt oder der Körper durch eine Decke geschützt.

Die Industrie stellt verschiedene nierenspezifische Fertigfuttermittel zur Verfügung.

Von den Homöopathika sind zu nennen:

bei Entzündungen Apis und Cantharis
bei Blutungen Hamamelis
in chronischen Fällen Merkuris und Arsenicum und bei Urämie Lespedeza.

Als zytoplasmatische Mittel und Frischzellen bieten sich bei chronischen und degenerativen Zuständen fetale Nieren als Trockensubstanz oder Dilutionen an.

Tumore der Niere

Tumore der Niere lassen sich abtasten oder werden im Verdachtsfall durch Röntgen auch mit Kontrastmitteln, festgestellt.
Sie verursachen unstillbare Blutungen, die uns Hinweise auf diese Neubildungen geben.
Da sie in fast allen Fällen bösartig sind, ist bei sonst gesundem hund nur die chirurgische Entfernung sinnvoll.
Es sind auch in der Tiermedizin Nierentransplantationen beschrieben.

Dieser Artikel wurde nach besten Wissen und Gewissen recherchiert und soll dem Hundehalter einen ersten Überblick bei einer Nierenerkrankung geben.

Diese Informationen dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer eigenständigen Auswahl und Anwendung oder Absetzung von Arzneimitteln, sonstigen Gesundheitsprodukten oder Behandlungsmethoden verwendet werden.

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