Erkrankungen der harnableitenden Organe

Erkrankungen der harnableitenden Organe

Um Erkrankungen des Harnleiters (Ure­ter) zu erkennen, wird ein Kontrastmittel in die Vene gegeben und erst nach einigen Minuten geröntgt.
Nach Unfällen kann der Ureter abreißen, und das Kontrastmit­tel läßt sich frei in der Bauchhöhle erken­nen.
Entweder entfernt man dann die be­troffene Niere oder man verlegt das offene Ende des Ureters operativ in den Darm, um den Harnabfluß sicherzustellen.

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Die Harnblase ist das Sammelbecken des Urins aus den beiden Nieren.
Bei aufstei­gender Infektion durch die Harnröhre oder bei Nierenentzündungen kommt es zu Harnblasenreizungen mit bakterieller Besiedelung.
Auslösende Faktoren sind auch Unterkühlung, Abflußbehinderung durch Tumore, Polypen oder Steine und Stauungen bei Lähmung der Nerven.

Der Hund empfindet dabei Schmerzen, die er durch Aufziehen des Rückens zeigt; beim Abtasten treten diese verstärkt auf. Mattigkeit und Fieber sind Begleiterschei­nungen. Der Hund ist appetitlos, kann er­brechen oder ist unruhig. Ein deutliches Zeichen ist der dauernde Harndrang, wo­bei nur kleine Mengen entleert werden. Der Urin ist verfärbt, übelriechend, blutig und mit Eiter durchsetzt. Um andere Ursa­chen auszuschließen, wird man eine Rönt­genaufnahme der Blase nach Luftfüllung vornehmen.

Die Therapie bekämpft die Infektion mit Antibiotika (Furadantoin, Chloramphenicol) als Injektion oder durch den Mund, um über das Blut ein Aufsteigen der Erre­ger in die Niere zu verhindern.
Die Schmerzen werden durch stark krampflö­sende Präparate gelindert.
Örtlich spült man die Harnblase durch den Katheter mit antibiotischen, abschwellenden, blut­stillenden und lindernden Lösungen.

Schonung und Wärme durch Heizkissen oder Gummiwärmflasche unterstützen die Therapie.
Der Tierarzt wird auch Kurzwel­lenbestrahlungen einsetzen um die Ent­zündungsprodukte und Eiterungen auszu­schwemmen, soll der Patient möglichst viel trinken.

Nach Unfällen und Stürzen (Knochen­splitter nach Beckenbruch) kann es zu einer Blasenruptur kommen.
Diese Ge­fahr besteht vor allem bei starker Urinfül­lung.
Die Tiere sollen, wenn die Blase nicht deutlich abtastbar ist, immer katheterisiert oder nach Luftfüllung geröntgt werden. Eine nur leicht eingerissene Blase kann auch später noch platzen.

Die rechtzeitige Operation mit Naht der Rißstelle, Austupfen und Ausspülen der Bauchhöhle (um den Urin zu beseitigen) und Infektionsschutz durch Antibiotika bringt schnelle Heilung.

Unkontrollierter Harnabsatz beruht auf Nervenstörungen.
Der Schließmuskel kann den Urin nicht mehr willkürlich zurückhalten, oder die Blase ist durch eine Lähmung nicht mehr in der Lage, sich zu entleeren.

Hamtröpfeln findet man auch als nächtli­ches »Bettnässen« infolge von Entzündungen, Infektionen und bei Verwachsungen nach Operationen.
Am häufigsten tritt es aber nach weiblicher Kastration auf, auch wenn diese fehlerfrei durchgeführt wurde.
Mechanisch ausgelöst wird es durch Bla­sen- und Harnröhrensteine oder Tumore der Prostata.

Beim Harnverhalten entleert sich die Blase infolge der Lähmung oder durch Ver­schluß der Harnröhre nicht, überdehnt sich und ist deutlich vergrößert in der Bauchhöhle abtastbar.
Der Harn tropft ab, wenn die Spannung in der Blase zu groß wird, man nennt dies »Uberlaufblase«.

Bei der Behandlung gilt es als erstes die Ur­sachen zu beseitigen, also Infektionen und Nervenlähmungen auszuheilen.
Dazu gibt man neben den schon genannten Medi­kamenten gegen Entzündungen Vitamin B Komplex, Vitamin E und Strychnin. Steinbildung diagnostiziert man dadurch, daß der Katheter nicht eingeführt werden kann, durch Abtasten und Röntgen.
Hier muß ebenso wie bei Tumoren der Urinabfluß durch eine Operation wieder möglich gemacht werden.
Eine zu volle Blase wird durch vorsichtigen Druck auf die Bauchwand oder mittels Katheter regelmäßig entleert, um einer Urämie durch Harnstauung vorzubeugen.
Problematischer ist die Therapie des Harntröpfelns nach der weiblichen Kastration.
Man wird entsprechende Hormone (Vorsicht, Nebenwirkungen bei Östrogen!) oder Frischzellen einsetzen und verabreicht

Phenylpropanolamin oder Kombinationen von Atropin und Strychnin.

Biologisch und homöopathisch werden Populus tremuloides, Sabal serrulatum und Solidago bei Urinabsatzbeschwerden eingesetzt. Bei Harnzwang oder »Bettnässe« hilft Petroselium und bei Schließmuskellähmung Hyosajamus und Arnika oder
Kombinationspräparate.
Gegen das Urintröpfeln als Freudenausdruck zur Begrüßung bei Junghunden hat sich Geisern ium bewährt.
Bei Erkältungen und Entzündungen gibt man Dulcamara, Echinacea und Terebinthina, bei Blutungen Hamamelis.
Als antibiotikafreies Harndesinfiziens wird stark verdünnter Bärentraubenblättertee angewandt.

Durch die Harnröhre (Urethra) fließt der Urin von der Blase ins Freie.
Aufsteigende Entzündungen bei Infektion von Scheide, Prostata und bei Vorhautkatarrh erzeugen Harnröhrenentzündungen, die sich wegen der Schmerzen in gestörtem Harnabsatz zeigen.
Man setzt örtlich und all¬gemein die bei der Blasenentzündung beschriebenen Medikamente ein.

Blasentumore werden selten gesehen und zeigen sich in dauernden Blutbeimischungen im Urin.
Nach Röntgenkontrolle mit Luftfüllung oder Kontrastmitteln werden sie chirurgisch entfernt.
Durch die Verkleinerung des Blasenvolumens kann es zu häufigerem Hamabsatz kommen.

Die seltenen aber weltweit verbreiteten Blasenparasiten leben in der Blasenschleimhaut oder wandern in das Nierenbecken auf. Im Urin sind die Eier durch ihre beiden Polpfröpfe unverkenn­bar.
Sie entwickeln sich schnell in Feuch­tigkeit (Pfützen) zu Larven.
Diese werden vom Hund aufgenommen und gelangen über den Blutweg in die Blase.
Da sie Blu­tungen und Entzündungserscheinungen hervorrufen, wird der Tierarzt den Urin untersuchen und im Zentrifugat die Eier finden.
Als Therapie wird das Fenbendasol eingesetzt.
Hygienisch wichtig ist die sorgfältige Beseitigung der verseuchten Wasserlachen.

  Dieser Artikel wurde nach besten Wissen und Gewissen recherchiert und soll dem Hundehalter einen ersten Überblick bei einer Erkrankungen der harnableitenden Organe geben.

Diese Informationen dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer eigenständigen Auswahl und Anwendung oder Absetzung von Arzneimitteln, sonstigen Gesundheitsprodukten oder Behandlungsmethoden verwendet werden.

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